Tortuguero

MIttwoch, 16. März 2022. Heute geht es an die Karibikküste. Wir müssen um 5 Uhr 20 losfahren, damit wir pünktlich um 8 Uhr an dem Parkplatz sind, wo wir abgeholt werden (vor Ort stellt sich dann heraus, dass es erst um 9 Uhr losgeht, grrr). Zu der Lodge, die für die nächsten zwei Tage unsere Herberge sein wird, kommt man nämlich nicht mit dem Auto. Wir geben den Wagen also an dem vereinbarten Treffpunkt ab und fahren zunächst mit dem Bus weiter. Jetzt sind wir Teil einer Reisegruppe. Herrlich. Die anderen sind alle schon in diesem Bus aus San José angereist, haben also ihre festen Plätze. Er ist so voll, dass Björn vorne auf dem Klappsitz neben dem Fahrer sitzen muss und ich neben einer Französin, die ständig ihre Maske herunterzieht, um sich in den Zähnen zu puhlen und das Gefundene laut schmatzend nochmal zu verzehren. Nach anderthalb Stunden ist das Vergnügen zum Glück vorbei und wir steigen um in ein Boot.

Dieser noch einmal anderthalbstündige Teil der Anfahrt ist jetzt aber wirklich herrlich. Das Boot ist überdacht, wir somit im Schatten und es weht uns immer ein frischer Fahrtwind um die Nase. Wir sehen ein paar Tiger-, Azul- und Silberreiher. Und zwei Krokodile. Eines döst gemütlich im Wasser vor sich hin. Das andere wird genüsslich von ein paar Geiern verspeist und ist fast nur noch als Skelett vorhanden.

Die „Laguna Lodge“ liegt an einer Lagune, ach, ach was. Aber auf der anderen Seite auch am Atlantik. Den schönen Strand darf man aber nicht zum Baden oder sonstigem Müßiggang nutzen. Der Ort Tortuguero heißt übersetzt „Schildkrötenjäger“. Mittlerweile geht es dort zum Glück in die entgegengesetzte Richtung. Der Strand ist eine der wichtigsten Brutstätten der Suppenschildkröte. In der Brutzeit gibt es so genannte Späher, die darauf achten, dass der Strand erst dann betreten wird, wenn die Schildkröten die Eier in ihre Nester gelegt haben. Wenn sie das nämlich noch nicht getan haben und vor Schreck ins Meer flüchten, kann es sein, dass sie ihre Eier dort ablegen und die sind dann natürlich verloren. Noch ist keine Brutzeit und wir können ihn wenigstens betreten. Schwimmen jedoch nicht, viel zu gefährlich die Brandung.

Eigentlich hätten wir nach der langen Anreise und bei der schwülen Hitze hier nichts dagegen, den Rest des Nachmittags am Pool zu entspannen. Aber um 15 Uhr treffen wir uns am Anleger, um mit dem Boot nach Tortuguero-City zu fahren. Das ist die einzige Gelegenheit, den Ort zu sehen. Er ist zwar nur ca. 2 km entfernt, aber auch nur mit dem Boot zu erreichen. Viel verpasst hätten wir nicht, was bei 1500 Einwohnern ja auch nicht anders zu erwarten gewesen ist. Aber wir schlendern ein bisschen herum und trinken einen erfrischenden Cocktail in einer urigen Bar am Wasser.

Beim Abendessen sitzen wir mit einem Ehepaar aus Hamburg zusammen, welches wir schon im Boot kennengelernt haben. Die Welt ist klein, sie ist in Lüdenscheid geboren. Allerdings hat sie da nur ein paar Monate als Baby gewohnt, bis ihre Eltern kurz nach dem Krieg mit ihr zu Verwandten nach Hamburg gezogen sind. Sie heißen Jörg und Heide – in Costa Rica genannt Anne. Wir witzeln ein bisschen, was die Ticos schon alles aus unseren Namen gemacht haben. Bei ihr hat Laura – unsere Reiseleiterin – einfach nur den ersten Vornamen aus ihrem Pass genommen, statt ihrem Rufnamen. Das kann man ja noch verstehen. Aber uns hat sie konsequent mit Frense und Isenberg (sprich Eisenbörg) angesprochen. Und bei dem Segeltörn an der Pazifikküste firmierten wir auf einmal unter Maria Isenberg.

3 Gedanken zu „Tortuguero“

  1. Wie eklig, die Vorstellung von der in den Zähne pulenden Französin 🤢🤢🤢.

    Maria Isenberg ist doch ein toller Tarnname, falls ihr mal von irgendeinem Geheimdienst engagiert werdet und undercover arbeiten müsst 😎.

    Ansonsten klingt euer Bericht weiterhin sehr aufregend und abwechslungsreich.

    Ich hätte allerdings gerne mehr Nasenbär-Fotos… ☺️

  2. Liebes Bötz, leider haben wir heute kein Foto von einem Nasenbären für Dich. Aber dafür ganz viele andere. Versprochen. Sh. aktuellen Bericht 😉

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