Poás

Montagmorgen 14.03.2022. Der Sturm hat sich hartnäckig gehalten. Dank der bereits erwähnten Bauweise haben wir das die ganze Nacht lautstark mitgekriegt. Es hörte sich tatsächlich teilweise so an, als ob uns das Dach überm Kopf weggefegt würde. Irgendwas ist aber auch immer 😉

Die Fahrt von Monteverde weg gestaltet sich wesentlich angenehmer als hin. Steil, eng und kurvig ist es natürlich auch auf dieser Strecke viel, aber dafür komplett asphaltiert. Als wir für eine Kaffeepause anhalten, trifft uns fast der Schlag. Bei angenehmen 15 Grad sind wir losgefahren und hier unten im Tal sind es satte 35. Zum Glück liegt unsere nächste Unterkunft, die Poás Volcano Lodge auf 1800 m Höhe. 19 Grad empfangen uns dort. Die Lodge wurde nach der Eruption des Vulkans 2011 von einer englischen Familie in einem Mix aus Beton und Holzelementen für unseren Geschmack sehr stilvoll wieder aufgebaut. Sie durften sogar für den Aufbau sieben alte Eichenbäume nutzen, die hier eigentlich unter Naturschutz stehen, aber nach dem Vulkanausbruch gefällt werden mussten. Nach Kaffee und Kuchen, beschließen wir, einen der drei kurzen Wanderwege zu gehen die sie hier beschildert haben. Kurz ist er wirklich (ca. 3km) aber auch wieder sehr steil, so dass wir trotzdem etwas in Wallung kommen. Herrlich schön abwechslungsreich ist er außerdem.

Wir sind rechtzeitig zurück. Um 17 Uhr Ortszeit steht Björn auf einmal mit zwei Gläsern Wein (Sekt gab es nicht) zum Reinfeiern vor mir. Stimmt in Deutschland ist es jetzt 0 Uhr. Cool, dann hab ich dieses Jahr mal 31 Stunden lang Geburtstag. Wir verbringen einen leckeren Abend, bekommen noch ein Getränk aufs Haus und der Nachtisch wird mit einer Kerze und einem Happy-Birthday-Schriftzug serviert. Ein echt schöner Geburtstagsabend!

Am nächsten Morgen ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen – ganz entgegen der Befürchtungen des Rezeptionisten am Vorabend. Somit steht unserem Aufstieg zum Vulkan nichts mehr im Wege. Wir kaufen im Hotel ein Ticket für 8 Uhr 20. Naja, also Aufstieg ist nun wirklich nicht der richtige Begriff. Wir fahren ca. 20 min bis zum Eingang des Nationalparks. Dann kriegt jeder einen Helm in die Hand gedrückt – wir gehören zur grünen Gruppe. Rückwärts eingeparkt – check, Helm auf – check, da sind wir doch sowas von sicher, wenn der Vulkan ausbricht, haha. Nach 10 min Fußweg auf asphaltierten Wegen mit sanftem Anstieg sind wir auch schon da:

Auf dem Rückweg machen wir eine kleine Kaffeepause in einem Lokal mit einem spektakulären Ausblick über San José:

Da dieser Ausflug unerwartet kurz ausgefallen ist, entscheiden wir uns für einen zweiten an diesem Tag. Der La Paz Waterfall Park ist nicht weit entfernt, so fahren wir nach einer kurzen Rast in der Lodge, auch noch dorthin. Endlich sehen wir mal Faultiere, Leoparden und Aras. Aber alle natürlich in Gehegen. Angeblich sind die Tiere, die dort leben nicht einfach so der freien Natur entnommen, um sie zur Schau zu stellen. Vielmehr seien sie verletzt aufgegriffen oder aus unerlaubtem Privatbesitz gerettet worden. Außerdem gibt es ein Schmetterlings- und ein Schlangenhaus und mal wieder einen Kolibrigarten. Auch, wenn wir in diesem Urlaub gefühlt schon 775 Wasserfälle gesehen haben, wandern wir auch noch dorthin. Die sind jetzt aber wirklich recht beeindruckend hoch. Zum Schluss entspannen wir noch bei einem leckeren Getränk in dem Lokal, das erfreulich leer ist und genießen mal wieder einen wunderschönen Ausblick.

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