So, jetzt empfiehlt es sich, eine leckere Kanne Tee oder gute Flasche Rotwein parat zu haben, es gibt viel zu lesen! Die letzten Tage haben wir in der riesigen, quirligen Hauptstadt Thailands verbracht. Da hatten wir keine Muße zu schreiben. So nutzen wir nun die lange Rückreise, um vom Ende unserer Reise zu berichten.
Freitagmorgen sind wir mit dem Schnellboot nach Donsak gebrettert. Das ist nicht gerade das bequemste Fortbewegungsmittel. Sehr rasante, ungemütliche und schaukelige Angelegenheit. Für unsere Sitznachbarin wohl noch etwas schlimmer. Zum Glück hatte sie rechtzeitig eine Tüte parat. In Donsak sind wir in einen sehr schicken Reisebus – mit viel Blingbling und Rüschengardinen an den Fenstern – umgestiegen und zum Bahnhof nach Surat Thani weitergefahren. Eine sehr geruhsame, entschleunigte Angelegenheit – dank des Verkehrs. Unser Zug nach Bangkok fährt um 22 Uhr 25 los, so dass wir jetzt noch ein paar Stündchen Zeit haben, uns diese Stadt einmal anzuschauen. Laut Reiseführer wird sie vornehmlich als Durchgangsstation vom Festland auf die Inseln genutzt. Viel zu sehen gäbe es hier nicht. Stimmt. Aber wir lassen uns ein bisschen treiben, schlendern über diverse Märkte (da gibt es ja doch immer sehr viel zu sehen) und essen bei einer hinreißenden chinesischen Familie einen Burger. Hier verweilen wir dann noch etwas länger. Wir sitzen direkt an der Straße mit Blick auf den Markt, der sich dort befindet. So lässt sich herrlich das geschäftige Treiben beobachten. Es gibt einige Essensstände und wir sind beeindruckt, in welcher Geschwindigkeit hier die Gerichte zubereitet und auch verkauft werden. Diese Stände werden gerne auch als „Drive-In“ angefahren – einfach mit dem Roller vor dem Stand halten und die Bestellung aufgeben.


Am Bahnhof wird uns die verbleibende Wartezeit von einer kleinen, ausgelassenen Kinderschar verkürzt. Sie rufen uns aus ihrem Zug heraus irgendwelche Wörter in einer Phantasiesprache zu, um sich dann albern kichernd zu verstecken, wenn wir darauf reagieren. Sehr süß, die Kleenen!

Unser Zug kommt pünktlich und wir sind von unserem Schlafwagenabteil recht angetan. Natürlich ist es ein sehr enger Raum, aber super sauber und die Betten sind auch gemütlich. Nur diese Klimaanlage! Bisher waren wir positiv überrascht, dass die Thailänder nicht alle Supermärkte, Busse und sonstigen geschlossenen Räume auf minus 17 Grad runterkühlen. Aber hier ist es leider so weit. Nachts ist es noch erträglich, so dass wir sogar ein bisschen schlafen können. Sobald die Sonne aufgeht, drehen sie die Klimaanlage aber so richtig auf. Björn stellt sich deswegen in den Gang ans Fenster, wo die Sonne etwas wärmt. Ich kann mich daher zusätzlich mit seiner Decke zudecken, so lässt es sich dann einigermaßen aushalten.



In Bangkok angekommen, fahren wir mit der Metro weiter. Im Hotel angekommen, können wir uns schon mal ein bisschen auf den Flug und den damit einhergehenden Höhenunterschied vorbereiten. Unser Zimmer liegt im 54. Stock und wir kriegen tatsächlich Druck auf den Ohren als wir mit dem Fahrstuhl hinauffahren. Die Aussicht ist natürlich spektakulär:

Ganz kurz, aber nur ein knappes Stündchen, ruhen wir am Pool. Wir konnten es uns einfach nicht nehmen lassen, das mal über bzw. zwischen den Dächern Bangkoks zu machen. Aber wir wollen ja noch viel lieber die Stadt an sich erleben, also begeben wir uns nach der Dusche in die schwüle Hitze dieser Metropole. Wir machen einen ausgedehnten Rundgang durch unser Viertel. Dann ist es auch bald schon Zeit fürs Abendessen. Das ist heute auch mal was Besonderes. Wir haben einen Tisch im Restaurant „Sirocco“ reserviert. Dieses befindet sich im 64. Stock unseres Hotels. Wahnsinn!



Sonntagmorgen machen wir uns zeitig mit dem Wassertaxi auf den Weg. Der Fluss ist leider ziemlich dreckig. Gegen den ganzen Unrat kommen auch die zahlreichen Müllboote, die hier den Dreck schlucken, nicht an. Unser Ziel ist der Wat Pho. Hierbei handelt es sich um eine der bedeutendsten Tempelanlagen des Landes, die vor allem wegen des riesigen liegenden Buddhas besucht wird. Aber auch sonst sind hier mal wieder eine sehr beeindruckende, pompöse Architektur, Skulpturen und Kunstwerke zu bewundern. Und wir werden bald quasi ein Teil davon sein. Für 20 Baht kann man eine Tonschindel beschriften, mit der dann später eines der Dächer gedeckt wird. Haben wir gemacht. Ein schöner Gedanke, dass unser Wunsch demnächst dort oben auf einem der Viharn (so werden die „Bungalows“, aus denen die Anlage besteht, genannt) verbaut wird. Wenn er so nicht in Erfüllung geht, wie dann?



Danach geht es mit dem Tuktuk weiter. Schon wieder ein Fortbewegungsmittel der eher komfortlosen Art. Schade, dass wir bei der für mich ersten Fahrt direkt den Fahrer erwischt haben, der unbedingt den diesjährigen Geschwindigkeitsrekord aufstellen will. Es ist schon Wahnsinn, wie er uns mit einem Affenzahn durch diesen krassen Verkehr laviert, sich immer wieder an Autos, LKWs und Mopeds vorbeischlängelt. Und das alles ohne einen einzigen Unfall! Später werde ich übrigens feststellen, dass JEDER Tuktukchauffeur auf der Jagd nach dem Geschwindigkeitsrekord ist.

Die Wege sind weit in Bangkok und so habe ich eine gute halbe Stunde Zeit, mich an diesen Fahrstil zu gewöhnen, bis wir unser nächstes Ziel, den Chatuchak-Markt, erreichen. Hierbei handelt es sich um einen riiiiiesigen Wochenendmarkt mit rund 15.000 Ständen. Als erstes trinken wir eine köstliche Tasse Kaffee an einem winzigen Stand. Hier wird das Kaffeetrinken noch richtig zelebriert. Zunächst in einer kleinen Mühle handgemahlen, dann durch einen Porzellanfilter in die Becher gefüllt. Und so einen Schnickschnack wie Milch oder Zucker bieten sie hier gar nicht erst an. Denn: only black coffee ist healthy coffee, steht auf einem Pappschild geschrieben. Gut, dass wir beide eh schwarz trinken. So können wir den wirklich köstlichen Kaffee sehr genießen.

Frisch gestärkt machen wir uns daran, jeden einzelnen Stand zu erkunden. Nein, kleiner Spaß, das geht natürlich nicht. Aber wir wollen ja immer noch ein Andenken erstehen. Es gibt viel Tinnef hier, aber auch viele richtig schöne Stände. Dennoch ist nicht das dabei, was uns vorschwebt. Am liebsten hätten wir Skulpturen von den Wächtern, die zum Schutz oft vor den Klosteranlagen stehen. Finden wir aber nicht. Irgendwann wird die Hitze unerträglich, zig Flaschen Wasser und von Schatten zu Schatten hüpfen hilft da auch nicht weiter. Wir haben keine Lust mehr und ich werde langsam unleidlich, wenn ich mich nicht auch mal hinsetzen kann. Das machen wir und nach einem herrlich kühlen Singha geht’s dann auch wieder.
Danach fahren wir mit der Metro zurück nach Si Lom (das Viertel, in dem wir wohnen) und kaufen uns die schönen Figuren, die wir gestern schon entdeckt haben. Passt ja ganz gut, dass wir uns für die Engel entschieden haben, die zur Begrüßung vor den Tempeln aufgestellt sind. Auf Thai „Krung Thep Maha Nakhon“ heißt Bangkok übersetzt „Stadt der Engel“.
Dann wird es aber auch langsam Zeit, uns frisch zu machen. Für 19 Uhr sind wir schließlich verabredet. Ja, wir treffen uns mit Stefan und Dominik. Wir erkennen die beiden sofort, sie hergegen sehen uns heute zum ersten Mal. Durch ihre informationsreichen Videos, die wir regelmäßig auf YouTube gucken, haben wir viele Tipps zum Meilen sammeln erhalten. Die beiden sind wirklich ein sehr sympathisches Paar und es macht Spaß, ihnen bei ihrer Leidenschaft, dem Reisen und Fliegen zuzuschauen. Wenn Ihr das auch mal machen möchtet, guckt mal unter „YourTravel.TV“. Eigentlich leben sie in Deutschland, aber wie wir durch ihre Videos erfuhren, haben sie sich Mitte Februar entschlossen, für ein paar Wochen in Bangkok zu verweilen. Björn hat sie daraufhin kurzerhand angeschrieben, ob sie nicht Zeit und Lust hätten, uns auf einen Drink zu treffen. Und siehe da: hatten sie. Zum Glück sind sie „in echt“ genauso sympathisch, so dass es ein unterhaltsamer, lustiger Abend wird.

Montagmorgen gönnen wir uns mal wieder eine rasante Fahrt mit einem Tuktuk nach Chinatown. Wir schlendern durch die engen Sträßchen und können nicht glauben, dass diese Massen, die hier feilgeboten werden, tatsächlich alle einen Abnehmer finden. Es ist weitestgehend thematisch sortiert. Hier reiht sich ein Schuhgeschäft an das andere, dann kommen Schmuck-, Stoff-, Haushaltswaren-, Spielzeugläden und und und. Es sind unzählige Geschäfte mit den unterschiedlichsten Produkten, die wiederum anscheinend alle aus einem Material sind: Plastik. Zumindest riecht es hier so. Dazwischen gibt es vereinzelte kleine Essenswägelchen, die sich durch die Straßen schieben. Dominik erzählte gestern, dass in Bangkok hin und wieder fermentierte Eier und sogar zum Teil angebrütete angeboten werden. Diese Köstlichkeit sehen wir hier auch. Das alles zusammen mit der mal wieder sehr drückenden Hitze ergibt eine Melange, die wir jetzt nicht weiter genießen möchten.



Wir nehmen ein Tuktuk zum nahe gelegenen „Golden Mount“, einem Ende des 18. Jahrhunderts künstlich aufgeschütteten Hügel. Was für eine Erleichterung! Eine grüne Oase empfängt uns inmitten dieser überfüllten, lauten, stickigen Metropole. Bis zur Spitze gibt es 344 Stufen zu bewältigen, wird uns direkt am Anfang in Aussicht gestellt. Zunächst führt der Weg durch schattenspendende Bäume. Leise plätschern kleine Bächlein und Wasserfälle am Wegesrand, immer wieder blitzen goldene Buddhastatuen auf. Und stetig klingt aus Lautsprechern das monotone Gebet eines Mönchs, es ist eigentlich gar nicht zu beschreiben. Nach ein paar Stufen lockt ein kleines Café. Dankbar lassen wir uns nieder und trinken erst einmal einen wohltuenden Kaffee.

Weiter oben befindet sich der Chedi, der angeblich eine Reliquie Buddhas enthält. Dort gibt es keinen Schatten mehr und die Besichtigung fällt entsprechend kurz aus. Wieder unten angekommen, wollen wir uns doch auch hier noch einmal einbringen. Es liegen Wachstaler aus, die mit den chinesischen Sternzeichen verziert sind. Diese kann man für 20 Baht erstehen und in einen heißen Topf werfen. Das geschmolzene Wachs wiederum wird dann zu einer Kerze verarbeitet. Wir nehmen also einen Taler unseres jeweiligen Sternzeichens – ich bin Drache, Björn ist Hahn – und werden somit Teil einer Riesenkerze, die irgendwann hier angezündet wird. Bei aller Frömmigkeit sind sie doch auch immer sehr geschäftstüchtig hier in so einem Wat. Allerdings finden solche Aktionen immer auf Vertrauensbasis statt. Es ist nicht so, als würde dort jemand sitzen und die Taler verkaufen. Es steht einfach eine Box daneben, in die man das Geld hineinwirft.


Genug der Ruhe. Jetzt geht’s auf zur Khaosan Road. Ist zwar erst Nachmittag, aber diese legendäre Straße muss ich doch auf jeden Fall mal gesehen haben. Ja, gut, es ist jetzt wirklich vielleicht nicht so spektakulär wie abends, aber wir saugen trotzdem noch einmal die Atmosphäre auf. In einer etwas ruhigeren und gemütlichen Nebenstraße essen wir etwas. Dann geht‘s zurück ins Hotel. Nach der Dusche fahren wir noch einmal in die 64. Etage. Wir haben nämlich einen Gutschein für je einen Cocktail in der Bar „Distile“ und auch für die „Skybar“ bekommen. Und dass nur, weil wir auf ein Zimmer mit Flussblick verzichtet haben. Das nehmen wir doch gerne in Kauf, genießen ein letztes Mal die grandiose Aussicht und verabschieden uns von Bangkok.

Das war’s Ihr Lieben! Die letzten Zeilen schreiben wir nun am Flughafen. Etwas wehmütig sind wir schon, dass der Urlaub vorbei ist. Aber zum Glück freuen wir uns auch immer wieder nach Hause zu kommen. Es war eine tolle Zeit, mit vielen neuen Eindrücken und schönen Begegnungen. Wir sind froh und dankbar, dass wir das erleben dürfen!

Tolle supereindrucksvolle Fotos und Geschichten aus dieser superquirlig-hektischen Metropole. Man kommt glatt mit ins schwitzen bei der rasanten Fahrt und das, obwohl wir kühl am Deich sitzen 😉 Danke, Ihr Lieben fürs teilhaben lassen!! Habt eine gute Rückreise in die Heimat!!
Hallo Ranka, hallo Björn,
ich habe erst heute die Zeit gehabt, um auch die letzten Zeilen Eures Urlaubes zu lesen …
auch wenn Ihr schon zu Hause seid, ist es für mich, als wäre ich noch da.
Lieben Dank für Eure persönlichen Eindrücke … und eine gute Zeit zu Hause …
Bis bald an einem anderen Ort …
Dietmar