Three Nights in Bangkok (und eine im Zug)

So, jetzt empfiehlt es sich, eine leckere Kanne Tee oder gute Flasche Rotwein parat zu haben, es gibt viel zu lesen! Die letzten Tage haben wir in der riesigen, quirligen Hauptstadt Thailands verbracht. Da hatten wir keine Muße zu schreiben. So nutzen wir nun die lange Rückreise, um vom Ende unserer Reise zu berichten.

Freitagmorgen sind wir mit dem Schnellboot nach Donsak gebrettert. Das ist nicht gerade das bequemste Fortbewegungsmittel. Sehr rasante, ungemütliche und schaukelige Angelegenheit. Für unsere Sitznachbarin wohl noch etwas schlimmer. Zum Glück hatte sie rechtzeitig eine Tüte parat. In Donsak sind wir in einen sehr schicken Reisebus – mit viel Blingbling und Rüschengardinen an den Fenstern – umgestiegen und zum Bahnhof nach Surat Thani weitergefahren. Eine sehr geruhsame, entschleunigte Angelegenheit – dank des Verkehrs. Unser Zug nach Bangkok fährt um 22 Uhr 25 los, so dass wir jetzt noch ein paar Stündchen Zeit haben, uns diese Stadt einmal anzuschauen. Laut Reiseführer wird sie vornehmlich als Durchgangsstation vom Festland auf die Inseln genutzt. Viel zu sehen gäbe es hier nicht. Stimmt. Aber wir lassen uns ein bisschen treiben, schlendern über diverse Märkte (da gibt es ja doch immer sehr viel zu sehen) und essen bei einer hinreißenden chinesischen Familie einen Burger. Hier verweilen wir dann noch etwas länger. Wir sitzen direkt an der Straße mit Blick auf den Markt, der sich dort befindet. So lässt sich herrlich das geschäftige Treiben beobachten. Es gibt einige Essensstände und wir sind beeindruckt, in welcher Geschwindigkeit hier die Gerichte zubereitet und auch verkauft werden. Diese Stände werden gerne auch als „Drive-In“ angefahren – einfach mit dem Roller vor dem Stand halten und die Bestellung aufgeben.

Am Bahnhof wird uns die verbleibende Wartezeit von einer kleinen, ausgelassenen Kinderschar verkürzt. Sie rufen uns aus ihrem Zug heraus irgendwelche Wörter in einer Phantasiesprache zu, um sich dann albern kichernd zu verstecken, wenn wir darauf reagieren. Sehr süß, die Kleenen!

Unser Zug kommt pünktlich und wir sind von unserem Schlafwagenabteil recht angetan. Natürlich ist es ein sehr enger Raum, aber super sauber und die Betten sind auch gemütlich. Nur diese Klimaanlage! Bisher waren wir positiv überrascht, dass die Thailänder nicht alle Supermärkte, Busse und sonstigen geschlossenen Räume auf minus 17 Grad runterkühlen. Aber hier ist es leider so weit. Nachts ist es noch erträglich, so dass wir sogar ein bisschen schlafen können. Sobald die Sonne aufgeht, drehen sie die Klimaanlage aber so richtig auf. Björn stellt sich deswegen in den Gang ans Fenster, wo die Sonne etwas wärmt. Ich kann mich daher zusätzlich mit seiner Decke zudecken, so lässt es sich dann einigermaßen aushalten.

In Bangkok angekommen, fahren wir mit der Metro weiter. Im Hotel angekommen, können wir uns schon mal ein bisschen auf den Flug und den damit einhergehenden Höhenunterschied vorbereiten. Unser Zimmer liegt im 54. Stock und wir kriegen tatsächlich Druck auf den Ohren als wir mit dem Fahrstuhl hinauffahren. Die Aussicht ist natürlich spektakulär:

Ganz kurz, aber nur ein knappes Stündchen, ruhen wir am Pool. Wir konnten es uns einfach nicht nehmen lassen, das mal über bzw. zwischen den Dächern Bangkoks zu machen. Aber wir wollen ja noch viel lieber die Stadt an sich erleben, also begeben wir uns nach der Dusche in die schwüle Hitze dieser Metropole. Wir machen einen ausgedehnten Rundgang durch unser Viertel. Dann ist es auch bald schon Zeit fürs Abendessen. Das ist heute auch mal was Besonderes. Wir haben einen Tisch im Restaurant „Sirocco“ reserviert. Dieses befindet sich im 64. Stock unseres Hotels. Wahnsinn!

Sonntagmorgen machen wir uns zeitig mit dem Wassertaxi auf den Weg. Der Fluss ist leider ziemlich dreckig. Gegen den ganzen Unrat kommen auch die zahlreichen Müllboote, die hier den Dreck schlucken, nicht an. Unser Ziel ist der Wat Pho. Hierbei handelt es sich um eine der bedeutendsten Tempelanlagen des Landes, die vor allem wegen des riesigen liegenden Buddhas besucht wird. Aber auch sonst sind hier mal wieder eine sehr beeindruckende, pompöse Architektur, Skulpturen und Kunstwerke zu bewundern. Und wir werden bald quasi ein Teil davon sein. Für 20 Baht kann man eine Tonschindel beschriften, mit der dann später eines der Dächer gedeckt wird. Haben wir gemacht. Ein schöner Gedanke, dass unser Wunsch demnächst dort oben auf einem der Viharn (so werden die „Bungalows“, aus denen die Anlage besteht, genannt) verbaut wird. Wenn er so nicht in Erfüllung geht, wie dann?

Danach geht es mit dem Tuktuk weiter. Schon wieder ein Fortbewegungsmittel der eher komfortlosen Art. Schade, dass wir bei der für mich ersten Fahrt direkt den Fahrer erwischt haben, der unbedingt den diesjährigen Geschwindigkeitsrekord aufstellen will. Es ist schon Wahnsinn, wie er uns mit einem Affenzahn durch diesen krassen Verkehr laviert, sich immer wieder an Autos, LKWs und Mopeds vorbeischlängelt. Und das alles ohne einen einzigen Unfall! Später werde ich übrigens feststellen, dass JEDER Tuktukchauffeur auf der Jagd nach dem Geschwindigkeitsrekord ist.

Die Wege sind weit in Bangkok und so habe ich eine gute halbe Stunde Zeit, mich an diesen Fahrstil zu gewöhnen, bis wir unser nächstes Ziel, den Chatuchak-Markt, erreichen. Hierbei handelt es sich um einen riiiiiesigen Wochenendmarkt mit rund 15.000 Ständen. Als erstes trinken wir eine köstliche Tasse Kaffee an einem winzigen Stand. Hier wird das Kaffeetrinken noch richtig zelebriert. Zunächst in einer kleinen Mühle handgemahlen, dann durch einen Porzellanfilter in die Becher gefüllt. Und so einen Schnickschnack wie Milch oder Zucker bieten sie hier gar nicht erst an. Denn: only black coffee ist healthy coffee, steht auf einem Pappschild geschrieben. Gut, dass wir beide eh schwarz trinken. So können wir den wirklich köstlichen Kaffee sehr genießen.

Frisch gestärkt machen wir uns daran, jeden einzelnen Stand zu erkunden. Nein, kleiner Spaß, das geht natürlich nicht. Aber wir wollen ja immer noch ein Andenken erstehen. Es gibt viel Tinnef hier, aber auch viele richtig schöne Stände. Dennoch ist nicht das dabei, was uns vorschwebt. Am liebsten hätten wir Skulpturen von den Wächtern, die zum Schutz oft vor den Klosteranlagen stehen. Finden wir aber nicht. Irgendwann wird die Hitze unerträglich, zig Flaschen Wasser und von Schatten zu Schatten hüpfen hilft da auch nicht weiter. Wir haben keine Lust mehr und ich werde langsam unleidlich, wenn ich mich nicht auch mal hinsetzen kann. Das machen wir und nach einem herrlich kühlen Singha geht’s dann auch wieder.

Danach fahren wir mit der Metro zurück nach Si Lom (das Viertel, in dem wir wohnen) und kaufen uns die schönen Figuren, die wir gestern schon entdeckt haben. Passt ja ganz gut, dass wir uns für die Engel entschieden haben, die zur Begrüßung vor den Tempeln aufgestellt sind. Auf Thai „Krung Thep Maha Nakhon“ heißt Bangkok übersetzt „Stadt der Engel“.

Dann wird es aber auch langsam Zeit, uns frisch zu machen. Für 19 Uhr sind wir schließlich verabredet. Ja, wir treffen uns mit Stefan und Dominik. Wir erkennen die beiden sofort, sie hergegen sehen uns heute zum ersten Mal. Durch ihre informationsreichen Videos, die wir regelmäßig auf YouTube gucken, haben wir viele Tipps zum Meilen sammeln erhalten. Die beiden sind wirklich ein sehr sympathisches Paar und es macht Spaß, ihnen bei ihrer Leidenschaft, dem Reisen und Fliegen zuzuschauen. Wenn Ihr das auch mal machen möchtet, guckt mal unter „YourTravel.TV“. Eigentlich leben sie in Deutschland, aber wie wir durch ihre Videos erfuhren, haben sie sich Mitte Februar entschlossen, für ein paar Wochen in Bangkok zu verweilen. Björn hat sie daraufhin kurzerhand angeschrieben, ob sie nicht Zeit und Lust hätten, uns auf einen Drink zu treffen. Und siehe da: hatten sie. Zum Glück sind sie „in echt“ genauso sympathisch, so dass es ein unterhaltsamer, lustiger Abend wird.

Montagmorgen gönnen wir uns mal wieder eine rasante Fahrt mit einem Tuktuk nach Chinatown. Wir schlendern durch die engen Sträßchen und können nicht glauben, dass diese Massen, die hier feilgeboten werden, tatsächlich alle einen Abnehmer finden. Es ist weitestgehend thematisch sortiert. Hier reiht sich ein Schuhgeschäft an das andere, dann kommen Schmuck-, Stoff-, Haushaltswaren-, Spielzeugläden und und und. Es sind unzählige Geschäfte mit den unterschiedlichsten Produkten, die wiederum anscheinend alle aus einem Material sind: Plastik. Zumindest riecht es hier so. Dazwischen gibt es vereinzelte kleine Essenswägelchen, die sich durch die Straßen schieben. Dominik erzählte gestern, dass in Bangkok hin und wieder fermentierte Eier und sogar zum Teil angebrütete angeboten werden. Diese Köstlichkeit sehen wir hier auch. Das alles zusammen mit der mal wieder sehr drückenden Hitze ergibt eine Melange, die wir jetzt nicht weiter genießen möchten.

Wir nehmen ein Tuktuk zum nahe gelegenen „Golden Mount“, einem Ende des 18. Jahrhunderts künstlich aufgeschütteten Hügel. Was für eine Erleichterung! Eine grüne Oase empfängt uns inmitten dieser überfüllten, lauten, stickigen Metropole. Bis zur Spitze gibt es 344 Stufen zu bewältigen, wird uns direkt am Anfang in Aussicht gestellt. Zunächst führt der Weg durch schattenspendende Bäume. Leise plätschern kleine Bächlein und Wasserfälle am Wegesrand, immer wieder blitzen goldene Buddhastatuen auf. Und stetig klingt aus Lautsprechern das monotone Gebet eines Mönchs, es ist eigentlich gar nicht zu beschreiben. Nach ein paar Stufen lockt ein kleines Café. Dankbar lassen wir uns nieder und trinken erst einmal einen wohltuenden Kaffee.

Weiter oben befindet sich der Chedi, der angeblich eine Reliquie Buddhas enthält. Dort gibt es keinen Schatten mehr und die Besichtigung fällt entsprechend kurz aus. Wieder unten angekommen, wollen wir uns doch auch hier noch einmal einbringen. Es liegen Wachstaler aus, die mit den chinesischen Sternzeichen verziert sind. Diese kann man für 20 Baht erstehen und in einen heißen Topf werfen. Das geschmolzene Wachs wiederum wird dann zu einer Kerze verarbeitet. Wir nehmen also einen Taler unseres jeweiligen Sternzeichens – ich bin Drache, Björn ist Hahn – und werden somit Teil einer Riesenkerze, die irgendwann hier angezündet wird. Bei aller Frömmigkeit sind sie doch auch immer sehr geschäftstüchtig hier in so einem Wat. Allerdings finden solche Aktionen immer auf Vertrauensbasis statt. Es ist nicht so, als würde dort jemand sitzen und die Taler verkaufen. Es steht einfach eine Box daneben, in die man das Geld hineinwirft.

Genug der Ruhe. Jetzt geht’s auf zur Khaosan Road. Ist zwar erst Nachmittag, aber diese legendäre Straße muss ich doch auf jeden Fall mal gesehen haben. Ja, gut, es ist jetzt wirklich vielleicht nicht so spektakulär wie abends, aber wir saugen trotzdem noch einmal die Atmosphäre auf. In einer etwas ruhigeren und gemütlichen Nebenstraße essen wir etwas. Dann geht‘s zurück ins Hotel. Nach der Dusche fahren wir noch einmal in die 64. Etage. Wir haben nämlich einen Gutschein für je einen Cocktail in der Bar „Distile“ und auch für die „Skybar“ bekommen. Und dass nur, weil wir auf ein Zimmer mit Flussblick verzichtet haben. Das nehmen wir doch gerne in Kauf, genießen ein letztes Mal die grandiose Aussicht und verabschieden uns von Bangkok.

Das war’s Ihr Lieben! Die letzten Zeilen schreiben wir nun am Flughafen. Etwas wehmütig sind wir schon, dass der Urlaub vorbei ist. Aber zum Glück freuen wir uns auch immer wieder nach Hause zu kommen. Es war eine tolle Zeit, mit vielen neuen Eindrücken und schönen Begegnungen. Wir sind froh und dankbar, dass wir das erleben dürfen!

Koh Samui

Boah, war das schön hier auf der Insel! Am Donnerstag waren wir doch etwas ermattet von der langen Anreise. Unser Abendessen haben wir in unserem Hotel direkt am Meer genossen. Es ist schon dunkel und auf einmal sehen wir jemanden, der mit einer Stirnlampe durch das Wasser watet. Als wir genauer hingucken, erkennen wir, dass er in einer kleinen Jolle steht und sich mit einem Stab stakend fortbewegt. Auf einmal holt er aus und sticht mit dem Stab ins Meer. So hat er doch tatsächlich einen Fisch gefangen. Witzig. Nach dem Essen schlendern wir ein wenig den Strand entlang und stoßen auf das wunderschöne Beachrestaurant „Tree House“. Ein uriges, buntes Lokal, wo wir noch einen Absacker nehmen. Dass wir dort nicht zum letzten Mal gewesen sind, ist uns direkt klar.

Freitag schlafen wir mal richtig lang und gehen erst um halb zehn zum Frühstück. Danach ist uns eher etwas nach Gemütlichkeit. Wir liegen also ein bisschen am Pool, lesen und entspannen so richtig herrlich. Für fünf Uhr haben wir den Transfer zum „Fischerman’s Village“ gebucht. Dieser Ort liegt nicht weit entfernt in der nächsten Bucht. Dort ist freitags immer der „Walkway“ für Autos gesperrt und die Hölle los. Es reihen sich unzählige Boutiquen, Restaurants und Souvenirläden aneinander. Heute möchte ich gerne endlich mal Pad Thai probieren. Allerdings gibt es das in dem Restaurant, wo wir uns niederlassen komischerweise gar nicht, obwohl es sich ja um eines der beliebtesten Thai-Essen handelt. Nach und nach verdichten sich die Zeichen und nach einer Weile wird uns klar: wir sind in einem chinesischen Restaurant gelandet. Ist ja nicht schlimm, wir sitzen trotzdem gut und das Essen ist auch gut. Aber es war nicht das leckerste grüne Curry, das ich bisher zu mir genommen habe. Und das waren schon einige!

Nach dem Essen stürzen wir uns noch ein wenig in das wuselige Treiben, trinken etwas am Strand und erleben erneut eine unglaubliche Feuershow. Dann steht uns aber doch eher der Sinn nach etwas weniger Trubel und wir beschließen, den Abend noch einmal im „Tree House“ ausklingen zu lassen. Auch, wenn es nicht so weit ist, zu Fuß ist der Weg nicht so schön. Immer an der Hauptstraße entlang und in der Dunkelheit bei dem Verkehr wollen wir uns das nicht antun. Nur, wie kommen wir jetzt an ein Taxi? Wir fragen eine freundliche Dame, die vor ihrem kleinen Lokal direkt an der Hauptstraße steht. Sie ist so liebenswürdig und ruft für uns per Telefon ein Taxi herbei. Wir wären sonst wirklich etwas aufgeschmissen gewesen. Es ist ein Megastau auf der Straße, zum Glück nicht in die Richtung, in die wir müssen. So sitzen wir kurze Zeit später wieder in unserem Lieblingslokal und erfreuen uns daran, wie gut es uns geht.

Für Samstagvormittag haben wir eine kleine Tour über die Insel gebucht. Da zeigt sich mal wieder, dass der kundige – und mittlerweile sonnengebräunte – Reiseleiter sein Handwerk versteht. Es geht schon um acht Uhr los. Das ist super. So sind wir immer vor den Menschenmassen an den Sehenswürdigkeiten. Die erste Station ist der Phra Yai (großer Buddha). Er ist in der Tat riesig und wir sind fasziniert, dass wir ihn wirklich ganz alleine bestaunen können. Auch die nächste imposante Tempelanlage Wat Laem Suwannaram können wir ungestört bewundern.

Wir hatten ja erst überlegt, ob wir auf eigene Faust mit dem Roller die Insel erkunden sollen. Nun sind wir aber sehr froh, dass wir uns für diese Variante entschieden haben. Unser freundlicher Fahrer Ohn fährt sehr sicher und kennt sich super aus. So halten wir hier und da mal an, bewundern eine tolle Aussicht oder schöne Strände. In einer kleinen traumhaften Bucht trinken wir einen Kaffee. Wir fragen Ohn, ob er auch mal an einem Localmarket anhalten kann. Dort findet man ausnahmsweise keine Touristen, nur die Einheimischen kaufen dort ein. Ohn spricht ganz gut englisch, so dass er uns einiges erklären kann. Was für ein schöner Markt und alles sieht so appetitlich aus. Gut außer vielleicht die Kröten, die in einem Korb vor sich hin quaken. Aber von den Kanom Krok, die uns eine herzliche Dame anbietet, probieren wir gerne einmal. Hierbei handelt es sich um eine aus Kokosmilch und Reismehl hergestellte Süßspeise. Sie ist außen knusprig und innen fluffig weich. Lecker.

Da haben wir sie mal wieder live miterlebt, die berühmte thailändische Herzlichkeit. Natürlich sind auch hier in diesem Land nicht alle Menschen immer freundlich, so wie gerne behauptet wird. Aber bei unserem nächsten Stopp an einem Aussichtspunkt erleben wir sie noch einmal. Eine thailändische Familie hat es sich in dem Kofferraum ihres Fahrzeuges gemütlich gemacht und  futtert kleine Minimangos. Sie sprechen uns sofort an und wollen gerne ein Foto mit uns machen. Dann schälen sie uns flugs auch ein paar von den Mangos. Super köstlich schmecken sie. Das ist aber auch eine süße Familie. Sie haben richtig Spaß und versuchen sich mit ein paar Wörtern englisch mit uns zu unterhalten. Wir erfahren, dass sie eigentlich ca. 1000 km entfernt im Norden wohnen und hier Urlaub machen. Thailändische Touristen, das ist auch mal was besonderes hier.

Zum Schluss fahren wir noch einmal einen mega steilen Berg hinauf und genießen mit einer spektakulären Aussicht einen Mango- und einen Wassermelonenshake. Gegen halb eins sind wir wieder zurück am Hotel. Ein schöner Ausflug war das!

Abends gehen wir ein letztes Mal ins „Tree House“. Jetzt wollen wir hier auch endlich mal essen. Für mich gibt’s wieder kein Phad Thai. Es steht zwar auf der Karte aber auch noch so vieles mehr. Und so viele Sachen, die es hier sonst nicht gibt. So nehmen wir zur Vorspeise Frühlingsrollen mit Spinat und Feta gefüllt. Zur Hauptspeise isst Björn Chicken Masala und ich Wraps mit Avocado und Tofu. Sehr lecker!

Nun sind wir auf der Nachbarinsel Koh Phangan, wo wir bis Freitag bleiben. Fortsetzung folgt 😉Hier noch kurz die Auflösung des Rätsels: man darf keine Durian essen. Das liegt nicht etwa daran, dass diese Frucht giftig ist. Im Gegenteil, sie soll sehr gesund sein. Allerdings hat sie wohl auch einen sehr durchdringenden, unangenehmen Geruch. Nicht umsonst wird sie auch Stinkfrucht genannt.

500 Rai

Heute gibt es mal etwas mehr zu lesen. Da wir die letzten Tage keine ausreichende Internetverbindung hatten, kommen unsere Berichte etwas zeitverzögert. Den von Dienstag hatten wir schon geschrieben, wer also in der richtigen Reihenfolge lesen möchte, bitte ein Kapitel runter blättern.

8. März 2023. Heute verbringen wir eine Nacht auf der größten Talsperre Südostasiens, dem Chiew-Lan-Stausee. Er wurde Anfang der 80er Jahre angelegt und ist wirklich sehr imposant. Die anderthalbstündige Fahrt mit dem Longtailboot zu unserer Unterkunft wird uns daher nicht langweilig. Das smaragdgrüne Wasser, die weit aufragenden Karstfelsen rundherum und die immer mal wieder aus dem See ragenden abgestorbenen Baumspitzen bilden schon eine beeindruckende Kulisse. Nach etwa der Hälfte der Strecke macht der Bootsführer einen kleinen Schlenker zu einer Felsformation, die uns auf jeden Fall bekannt vorkommt, obwohl wir natürlich noch nie hier gesehen sind. Es scheint sich um ein beliebtes Fotomotiv zu handeln. Seht mal selbst, vielleicht erkennt es der ein oder die andere von Euch auch:

Auf jeden Fall scheint dieser „Hotspot“ so gut besucht zu sein, dass ein Mann mit einer Rastafarimütze in der Bucht herumschippert und Eiscreme von seiner Jolle heraus verkauft.

Unsere heutige Unterkunft, das „500-Rai-Resort“, besteht aus einer Reihe von Bungalows, in denen sich die Zimmer befinden und einem Restaurant. Die Gebäude schwimmen auf dem Wasser. Sie sind lediglich durch Seile mit dem Festland verbunden. Einen Fußweg zum Festland gibt es nicht. Es ist wirklich etwas besonderes und sehr schön hier. Allein, warum sie sich für dieses Maskottchen entschieden haben, erschließt sich uns nicht.

Es ist natürlich wieder sehr heiß und wir sind wie immer froh, wenn sich schützende Wolken vor die Sonne schieben. Zur Abkühlung springen wir direkt von unserem Zimmer in den See und machen einen kleinen Ausflug mit dem Kajak. Aber so hübsch es hier auch ist, ich freue mich zum wiederholten Male über meinen äußerst fähigen – und dann auch noch so gut aussehenden –  Reiseleiter, der mich seit nunmehr 10 Jahren begleitet. Hat er doch wieder mal die richtige Wahl getroffen, hier nur eine Nacht zu buchen. Das scheint vollkommen ausreichend, sind die Freizeitmöglichkeiten doch recht begrenzt.

9. März 2023. Um 7 Uhr geht es mit dem Boot auf eine ca. 1-stündige Safari über den See. Schön, wie die Sonne hinter den Karstfelsen aufgeht. Und endlich sehen wir auch mal den berühmten Nashornvogel. Ansonsten halten sie sich mal wieder sehr bedeckt hier, die Tiere. Aber Schwalben gibt es zahlreich. Sowohl unter dem Restaurant- als auch unter unserem Verandadach befindet sich ein Nest. Und die Mücken! Die behelligen uns natürlich seit dem ersten Tag und sorgen beharrlich tagtäglich für Nachschub an unzähligen fies juckenden Stichen.

Um 10 Uhr geht es wieder zurück ans Festland. Heute fahren wir nach Koh Samui. Das ist jetzt eine ziemlich lange Fahrt, aber super organisiert. Tags zuvor hatten wir am Pier schon den netten jungen Mann von der Touristeninformation gefragt, wie wir dorthin kommen können. Er hat sich dann um alles gekümmert. Zunächst steigen wir in einen Kleinbus. Dort sitzt bereits eine polnische Familie und ein französisches Paar. Es gibt zwar noch fünf weitere Plätze, die mangels Kofferraum aber auch mit Gepäck belegt sind. Der Wagen ist also voll (unserer Meinung nach) und wir fahren los. 10 Minuten später halten wir an und ein weiteres Mädel möchte einsteigen. Wir räumen ein bisschen die Taschen hin und her, da kommt der Fahrer auf die Idee, dass der Sitz vorne neben ihm ja noch frei ist. Weiter geht’s. Aber wieder nur für 10 Minuten. Da steht ein Mönch an der Straße. Der setzt sich natürlich nach vorne, das Mädel muss nach hinten. Taschen ein bisschen zusammengeräumt, dann passt das schon. So, jetzt aber! Na, Ihr ahnt es schon? Nochmal 10 Minuten später komplettieren ein Polizist und eine junge Mutter mit ihrem bezaubernd süßen Baby unsere Reisegruppe. Warum wir nicht gleich alles so gepackt haben, dass die noch benötigten Sitzplätze frei bleiben, erschließt sich uns nicht. Aber ansonsten meinen wir das mit der guten Organisation ernst! In Surat Thani steigen wir in einen großen Bus um (der hat noch ungefähr 30 freie Sitzplätze) und fahren damit zum Fähranleger. Das klappt alles reibungslos. Gegen 17 Uhr 30 kommen wir in unserem schönen Hotel an. „Paradise Beach“ heißt es, liegt also mal wieder am Strand.

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel für Euch: was darf man neben rauchen und bellen ebenfalls nicht machen in dem Fährgebäude der Seatram?

Smokey Pancake in the Jungle

7. März 2023. Dass wir jetzt nicht mehr an der Küste sind, merken wir temperaturmäßig zumindest abends. Wir können uns sogar darauf einigen, ohne eingeschaltete Klimaanlage ins Bett zu gehen. Das ist ja vor allem wegen des penetrant lautstarken Gebläses sehr gewöhnungsbedürftig. So lassen wir uns heute eben mal von den lautstarken Zikaden in den Schlaf lullen.

Am nächsten Morgen geht es in den Dschungel. Dee, unser Guide ist ein netter Typ. Leider spricht er nur sehr rudimentär englisch. Das ist ein bisschen schade, weil wir uns so nicht mit ihm unterhalten können. Er hat sich aber ein paar Wörter angeeignet, die er fröhlich immer und immer wieder sagt wie z. B. Bamboo, Monkey, oder no rain no water. Es ist ja gerade Trockenzeit, daher fallen die zahlreichen Wasserfälle z. Zt. nicht ganz sooo imposant aus. Auch die Tier- und Pflanzenwelt ist in diesem Urwald recht übersichtlich, so dass das Highlight des Tages eindeutig das gut zweistündige Mittagessen ist. Es dauert so lange, weil Dee erst einmal das Kochgeschirr, die Teller und Trinkgefäße eigenhändig herstellt. Wir haben ja gestern schon einen Kaffee aus einem Bambusbecher genossen. Aber heute ist es nochmal interessanter, da wir live bei der Herstellung der Utensilien dabei sind. Alles schnitzt Dee kurzerhand aus Bambus zurecht. Wenn der von innen hellbeige und sauber, ist, ist er gut geeignet. Manche Stangen sehen allerdings braun und unappetitlich aus. Dann weiß man, dass man sie nicht nehmen sollte.

Das bereits vorbereitete Gemüse mit Tofu füllen wir in ein Bambusrohr, welches wir dann ins Feuer stellen. Wir mixen den Pfannkuchenteig – natürlich auch in einem Bambusrohr – zusammen. Dieser wird dann in ein längs aufgeschnittenes Rohr gefüllt und auch über das Feuer gelegt. Auf den Pancake hat sich Dee schon den ganzen Tag gefreut. Quasi mit der Begrüßung fragte er uns, ob wir Pfannkuchen mögen. Und auf dem Weg vernahmen wir immer wieder eine fröhliches „Pancake good!“ oder „Mjam, Pancake-Barbecue“. Leider hat der Pfannkuchen eindeutig zu viel Feuer abbekommen, außerdem ist etwas Asche hineingebröselt, so dass er insgesamt doch einen etwas zu rauchigen Geschmack hatte. Das Gemüse mit dem Reis hergegen war sehr köstlich. Vom Pancake ist auch nicht allzu viel übrig geblieben. Den haben wir großzügig an drei Mädels aus Holland und ein Paar aus Leverkusen verteilt, die fasziniert stehen blieben, um sich das Bamboo-Barbecue anzuschauen. Zum Abschluss gibt es noch einen Tee aus den selbstgeschnitzten Bechern.

Nachmittags wird es dann doch auch hier im schattigen Dschungel sehr heiß und wir beschließen, den Rückweg anzugehen. Dee lässt es sich weiterhin nicht nehmen, auf nahezu jeden Bambus hinzuweisen, an dem wir vorbeikommen. Und wir kommen an sehr, sehr, sehr, sehr, sehr vielen vorbei. Da es sich hier also um einen ständig nachwachsenden Rohstoff handelt, haben wir auch kein schlechtes Gewissen, dass wir heute Einweggeschirr benutzt haben.

Khao Lak

Wir haben die Zeit auf der Halbinsel von Rai Leh sehr genossen. Da wir aber das Gefühl haben, nach den zwei Tagen alles gesehen zu haben, freuen wir uns schon auf unsere nächste Station in Khao Lak. Bei Flut können die Longtailboote direkt an die Ufermauer fahren, wir müssen daher nicht wieder von einem Trecker abgeschleppt werden.

Ca. zwei Stunden dauert die Fahrt bis Khao Lak. Wir kommen also gegen 12 Uhr dort an. Nachdem wir eingecheckt haben, wollen wir uns erstmal ein bisschen den Ort anschauen.

Gerade hier erinnert vieles an die schreckliche Tsunami-Katastrophe vor fast zwanzig Jahren. Ca. 2 km ins Landesinnere hinein wurde ein Polizeiboot geschleudert, welches sie dort als Mahnmal und Erinnerung liegen gelassen haben. Daneben gibt es ein kleines Museum, das über das fürchterliche Unglück berichtet, aber auch, was sich seitdem geändert hat. Das Schlimme war ja, dass es kein Frühwarnsystem gab. Dies hat dazu geführt, dass nahezu 230.000 Menschen ums Leben gekommen sind. So ein System wurde dann recht schnell 2005 eingeführt. Ein solches Erdbeben könnte jetzt immerhin eine Stunde vorher erkannt und die Menschen somit gewarnt werden.

Nach dem Museum gehen wir über den Markt zurück zu unserem Hotel, welches uns für die nächsten zwei Nächte beherbergt. Das vorherige war auch wirklich super – vor allem das Bett war sehr gemütlich – aber dieses Zimmer gefällt uns nochmal so gut. Witziges Gimmick: vom Badezimmer geht eine weiter Tür hinaus. Dort befindet sich die Dusche, also quasi unter freiem Himmel. Ein „Welcome-Home-Schild“ hängt an unserer Zimmertür. Wie zu Hause wollen wir uns im Urlaub ja nicht unbedingt fühlen, aber trotzdem irgendwie nett. Dass hier wesentlich mehr deutsche Touristen sind, merken wir schon daran, dass viele Hinweistafeln neben thailändisch und englisch, auch deutsch geschrieben sind. Aber dass sie dann auch noch extra Gartenzwerge aufstellen… Damit hätten wir nicht gerechnet.

Am Pool angekommen, sind wir einfach nochmal begeistert. Hier – mit Blick aufs Meer (nördliche Andamanensee) – können wir uns sehr gut vorstellen, die nächsten zwei Stunden zu liegen, zu lesen und zu schreiben.

Rai Leh

Der Flughafen Changi in Singapur ist wirklich sehr imposant. Er ist riesig, so dass wir mit dem Skytrain von Terminal 1, wo wir gelandet sind, zu Terminal 3 fahren, wo wir ein bisschen am Pool chillen wollen. Die Temperaturen sind trotz Bewölkung ordentlich, so dass wir über die kleine Erfrischung sehr erfreut sind. Um ehrlich zu sein ist die Vorstellung, in einem Flughafen am Pool zu liegen zwar etwas aufregender als das Erlebnis selber. Aber zum Glück setzt der Megaregen erst ein, als wir wieder im Flugzeug sitzen.

Wir landen in Krabi, fahren von dort mit einem Bus und einem Longtailboat weiter zu unserer Unterkunft in Rai Leh. Diese Longtailboats sind neben den Speedboats die einzige Möglichkeit in diese Gegend zu kommen, da sie durch hohe Karstfelsen vom Festland abgetrennt ist. Kurz bevor wir am Strand ankommen, stoppt das Boot. Hier wird es wohl etwas zu flach, um ganz an Land zu fahren. Wir sind recht überrascht, dass dafür ein Trecker mit einem Anhänger durch das Wasser auf uns zusteuert. Das ist für uns mal eine ganz neue Nutzungsweise dieser landwirtschaftlichen Maschine.

Wir sind nunmehr seit fast dreißig Stunden auf den Beinen, haben ja nur hin und wieder im Flugzeug oder am Pool ein bisschen geschlummert. Nach dem Essen, welches wir während des Sonnenuntergangs an der Phang-Nga-Bucht, zu uns nehmen, haben wir daher nur das Bedürfnis, ins Bett zu gehen. Machen wir auch, trotz dass es erst halb acht ist. Wir schlafen zwar nicht durch, sind aber doch recht erholt, als wir um 6 Uhr 30 aufstehen.

Das Frühstück ist lecker und verläuft ziemlich spannend. Vor allem für das französische Paar an unserem Nebentisch. Die zahlreichen Schilder, die hier vor den Affen warnen, sind also nicht umsonst aufgestellt stellen wir fest. Kaum entdecken wir einen der Affen auf der Mauerbrüstung, schießt er auch schon wie ein Pfeil auf den Nebentisch und klaut sich alle Bananen. Und das während die beiden dasitzen!

Nach dem Frühstück wollen wir auf einen der Kalkfelsen wandern, von dem man einen wunderschönen Blick über die ganze Bucht haben soll. Laut unserem Reiseführer gibt es einen Weg, der zwar recht steil ist, aber der auch ohne Klettererfahrung gut zu bewältigen sein soll. Es fängt ein bisschen an zu regnen, was aber bei den fast 30 Grad eher eine nette Erfrischung ist. Als wir an einer Strandbucht ankommen, wundern wir uns etwas, dass wir den Einstieg in den Weg wohl verpasst haben. So gucken wir uns zunächst die Phallusschreine an: zwei Höhlen, in denen haufenweise Penisse aller Größe und Kolör aus den verschiedensten Materialien abgelegt wurden. Soll wohl die Fruchtbarkeit steigern, wenn man das macht. Jo, das ist naheliegend.

Wir schlendern noch die Bucht entlang und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Da entdecken wir auch den Einstieg in den Weg auf den Felsen. Kein Wunder, dass wir ihn vorhin übersehen haben, deckt er sich schließlich so gar nicht mit unseren Vorstellungen. Er ist mega steil und für uns hat es sehr wohl was mit Klettern zu tun, wenn man eine nahezu senkrechte Wand hinaufgehen soll. Voller Tatendrang wollen wir es dennoch versuchen, schließlich haben wir – wie empfohlen – festes Schuhwerk an und vor uns kraxeln gerade welche mit Flip-Flops hoch. Aber nach 10 m ist der Spaß auch schon vorbei – ich hab einfach zu viel Schiss. Da hilft auch das Seil, welches dort netterweise angebracht ist, nix. Tja, so unterschiedlich ist das Empfinden.

Wir wandern also so weit es geht an der Ostseite von Rai Leh entlang. Links liegt das Örtchen mit seinen Geschäften und Bars, rechts die Bucht mit seinen Mangrovenwäldern. Zurück an der Westseite nehmen wir einen leckeren Fruchtsmoothie unter einem schattenspendenden Baum zu uns. Wenn die Sonne rauskommt, brennt sie ganz ordentlich. Aber den Rest des Nachmittags freuen wir uns über die schützenden Wolken, liegen ein bisschen am Pool mit Blick auf die Bucht und bringen uns nur zweimal vor krassen Regenschauern in Sicherheit. Also ich muss sagen, bisher hat meine kleine Wetterunke, die mich seit nunmehr fast 10 Jahren auf Reisen begleitet, hier erstaunlicherweise Recht gehabt. Es regnet zwar täglich und auch heftig, sagte sie voraus, dafür aber auch immer nur kurz. Wer weiß vielleicht entwickelt sie sich in diesem Urlaub ja mal zu einem professionellen Wetterfrosch?