Donnerstag 17. März 2022. Achtung Spoiler: Heute ist der Tag der Tiere. Alles fing an mit dem Besuch von Cuci.

Cuci saß heute Morgen auf einem der Schaukelstühle auf der Veranda vor unserem Zimmer – völlig entspannt, wie es sich für eine kecke costa-ricanische Kakerlake gehört.
Für 8 Uhr 30 haben wir einen Ausflug mit dem Boot in den Tortuguero-Nationalpark gebucht. Bis dahin haben wir noch massig Zeit, mit Cuci ein Käffchen zu trinken und dann ausgiebig frühstücken zu gehen. Unsere Nacht war mal wieder sehr frühzeitig zu Ende. Hatten wir schon erwähnt, dass die Fenster in unserem Zimmer keine Scheiben haben? Also kein Zimmer in dieser Lodge hat Scheiben, nur Fliegengitter und Fensterläden. Temperaturmäßig ist das nachts eine super Sache. Aber es führt natürlich auch dazu, dass man jede Regung draußen und auch jeden Pup der Nachbarn mitkriegt. Zum Beispiel, dass sie die frühe Führung um 5 Uhr 30 gebucht haben. Schön für sie. Wir hätten dieses Ereignis natürlich gerne verschlafen. War aber leider nicht möglich. Wie gesagt: irgendwas ist ja auch immer.
Mit Schrecken stelle ich fest, dass das Boot, mit welchem wir den Ausflug machen, kein Dach hat. Ist ja auch irgendwie logisch, so kann man natürlich viel besser Tiere beobachten. Aber ich konnte mir bei diesem gleißenden Sonnenschein beim besten Willen nicht vorstellen, dass das jemand möchte: zwei Stunden ohne Schatten durch die Gegend schippern. Selbstverständlich bin ich eingecremt, aber so geht das nicht. Also schnell nochmal zurück, lange Hose und Sonnenhut angezogen. Müssen die anderen halt warten, dafür haben sie mir den besten Platz ganz vorne freigehalten 😉

Der Ausflug ist dann aber wirklich wunderschön. Direkt zu Beginn sehen wir endlich die lang ersehnten Faultiere in freier Wildbahn. Eines döst, wie man es von einem Faultier so erwartet, vor sich hin. Ein anderes, fast noch ein Baby, ist aber gerade „voll in Action“ bei der Nahrungsaufnahme.


Kaimane und Leguane sehen wir mehrfach, eine Schlange lugt durch das Blätterdach. Und auch die witzige Jesus-Christus-Echse begegnet uns. Sie heißt so, weil sie auf der Wasseroberfläche laufen kann. Das würden wir natürlich zu gerne mal live erleben. Und tatsächlich können wir das bei dem zweiten Exemplar dann auch (gut, der Bootsführer hat ein wenig mit der Schirmspitze nachgeholfen und sie angestupst, aber wirklich nur ganz sanft). Wir sehen diverse Wasservögel und Affen, der riesige Morphofalter, ein knallblauer Schmetterling, fliegt auch hin und wieder um uns herum. Zum Schluss entdecken wir noch einen Fischadler auf einem Baum.




Nach ein paar entspannten Stunden am Pool, machen wir noch den kleinen Spaziergang durch den Garten der Lodge mit. Laura erklärt uns mit derselben Begeisterung, die sie bei der Bootstour schon gezeigt hat, viele interessante Details zur hiesigen Flora und Fauna. So erfahren wir zum Beispiel, dass die kleinen Streifen in der Wiese von den Ameisen stammen. Da sind sie wieder: die Blattschneiderameisen. Wenn man näher hinsieht, kann man sie auch sehen, die Kolonnen, die mit ihren Blättern auf dem Rücken – die sie teilweise zu zweit tragen, weil sie so groß sind – regelrechte Trampelpfade in den Rasen pflügen. Und zu Beginn der Dämmerung – wir wollen ihn ja nicht wecken, wie Laura sagt, sondern warten, bis er aufwacht – sehen wir auch noch den winzigen Rotaugenlaubfrosch:











