Gestern haben wir uns auf den Fahrradweg gemacht, den Kaiserstuhl zu umrunden. Laut Reiseführer eine super Sache, wenn man schon in Schnappatmung verfällt, sobald man nur an die Berge des Schwarzwalds denkt. Der Weg bis Breisach ist, na ja, weitläufig, irgendwie. Lange, gerade Strecken. Und viele Maisfelder, die gerade heute bestellt werden müssen. Ist schon interessant zu sehen, wie sich ein Mähdrescher mit vorbildlichem 1,5m Abstand an dir vorbei fräst. Weniger spannend die Reste, die sich vom Wind getragen in dein Gesicht blasen. Breisach ist ganz hübsch. Das Münster haben wir uns am Montag schon angeschaut, so dass wir da jetzt nicht nochmal hoch latschen.
So richtig dolle finden wir den „Kaiserstuhl-Rundweg“ nicht. Da fällt uns die Entscheidung nicht schwer, den Tuniberg aus zu lassen, um stattdessen eine Einkehrmöglichkeit zu finden. Wir kommen nach Wasenweiler. Da haben wir vorgestern in der „Sonne“ mit Marc und Steffi ein köstliches Abendessen genossen. Wär ja schon schön, wenn wir auch mal eine andere Lokalität ausprobieren könnten.
Können wir aber nicht. Aber bevor wir weiterfahren und wieder in der badischen Siesta hängen (Ihr erinnert Euch? Zwischen 14 und 17 Uhr geht hier gar nix), kehren wir doch lieber ein. Zum Glück! So können wir jetzt bei lauen 18 Grad unsere Schorle und Kartoffelsuppe in dem wunderschönen Innenhof zu uns nehmen (vorgestern, nach Sonnenuntergang, war es hier nicht mehr so heimelig). Der schlaue Björn nimmt noch einen Espresso, ich hergegen jömel schon nach zwei weiteren Kilometern rum, dass ich müde bin und gerne mal ein Käffle trinken würde. Wir sind mitten drin in der Siesta, also radeln wir weiter. In Eichstetten gibt es eine kleine, feine Bastion, die sich gegen die Mittagsruhe stellt. Auf einer Kreidetafel weist das „Café Mitnander“ daraufhin, dass es von 11 – 18 Uhr gerne für uns da ist. Wunderbar! Es beschäftigt vornehmlich Mitarbeiter mit Handicap und befindet sich im Innenhof des „Schwanenhof“, was wiederum ein Seniorenwohnheim ist. Und leckere Latte Macchiato haben sie auch.
Heute Abend kehrten wir in der Kreuz-Post ein. Ein bisschen wehmütig sind wir schon. Eigentlich hätten wir uns hier mit Dirk und Stephanie getroffen, die sich von heute bis Sonntag hier eingebucht hatten. Aber leider hat sich Stephanie verletzt (gute Besserung!!!), so dass sie nicht kommen konnten. Lecker ist es dort und eine lustige Kellnerin – wird demnächst 67 Jahre alt (wie das ist nicht spannend? Wir haben auch nicht danach gefragt und sie hat es uns dennoch erzählt). Aber viel wichtiger ist, dass sie uns auch aufträgt, was wir zu konsumieren haben. Björn wollte gerne einen Feldsalat ohne Speck nehmen. „Noooooiiii, ohne Speck schmäckt der ni.“ Und auch die Wahl des Grauburgunders findet nicht ihre Zustimmung. „Nähmet se grad dän, der isch viel läckära un koscht nur die Hälft“. Netterweise bringt sie uns dann auch „no zwei Gläsle zum probiera un vergleiche“. Und was sollen wir sagen „der günschtige“ ist echt leckerer. Glück gehabt.


























