Playa Hermosa

Donnerstagmorgen. Heute geht es an die Pazifikküste. Das erste Mal für uns beide, dass wir diesen Ozean sehen. Es sind nur 54 km bis dorthin, also eine gute Stunde Fahrt. Auf der Strecke wird uns immer wieder in Aussicht gestellt, dass uns ein paar heimische Tiere über den Weg laufen. Aber leider ist dem nicht so. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie laut den Schildern nur in Dreiergruppen über die Straße gehen. Und dann dauert es halt ein wenig, bis sich das richtige Trüppchen zusammengefunden hat. Kommt darauf an, zu welcher Fraktion man gehört: Jaguar, Tapir, Affe oder Affe, Reh, Nasenbär.

Bis unser Zimmer fertig ist, lesen wir ein bisschen am Pool und zählen die Leguane, die sich hier ebenfalls entspannen. Wir kommen auf sieben. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, möchten wir ein wenig die Gegend erkunden. Das schöne Hotel „Bosque del Mar“ liegt direkt an der „Playa Hermosa“, einer ca. 5 km weiten Bucht. Trotz Hauptsaison ist hier fast nichts los. Herrlich! In einer kleinen gemütlichen Strandbar ist noch ein schattiges Plätzchen für uns frei. Dort machen wir eine Rast und essen ein Bocadillo.

Da die hiesigen Mücken sich bisher recht unbeeindruckt von unserem Repelente (Autan) zeigen, gehen wir danach in den Ort auf die Suche nach einem weiteren Mittel, welches unsere zahlreichen juckenden Stiche lindern soll. In einem kleinen Supermarkt werden wir fündig. Wir merken ziemlich schnell: ohne die erfrischende Brise des Strandes ist die Sonne unerträglich heiß. Zurück im Hotel buchen wir daher für den nächsten Morgen eine Schnorcheltour auf einem Segelboot. Den Rest des Nachmittages verbringen wir lesend am Strand. Wir beobachten, wie sich drei große schwarze Seevögel in der Luft um einen Fisch zanken, bis er herunter in den Sand fällt. Und dann liegt er da. Was für eine Verschwendung.

Freitagmorgen. Was für ein Zufall! Während wir am Strand darauf warten, dass unsere Tour losgeht, beobachten wir einen Geier, der genüsslich den Fisch verzehrt. Also doch keine Verschwendung, wie schön. Tja, wenn drei sich streiten freut sich der Vierte. Zumindest so lange, bis er von zwei kleinen kläffenden Schoßhündchen vertrieben wird. Es sieht sehr lustig aus, wie er sich da über den Strand scheuchen lässt. Und es dauert erstaunlich lange, bis er sich darauf besinnt, dass er ja ein Vogel ist und davon fliegt.

Auf dem Boot sind neben einer Französin und uns nur Amerikaner. Sie grüßen alle und sind sehr freundlich. Eine ältere Dame fragt, wo wir herkommen. Björn: „From Germany.“ Sie: „Oh, how nice!“. Björn „Have you been there?” Sie: “Oh no, I was not, I’m from Texas.” So, dann wissen wir das jetzt auch, dass man als Texanerin anscheinend für gewöhnlich nicht nach Deutschland reist.

Wir verbringen einen herrlichen Vormittag hier im Golf von Papagayo. Beim Schnorcheln sehen wir nicht so viele spannende Fische oder andere Meeresbewohner. Aber wir genießen die stetig frische Brise an Bord. Und von dort können wir Delphine beobachten und Rochen, die aus dem Wasser in die Luft springen sowie Pelikane, die ins Meer stürzen und Fische fangen. Auch für uns gibt es eine köstliche Verpflegung mit allerlei Getränken, Obst und Tortillachips mit leckerer Guacamole und würzigem Bohnenmus. Die schattigen Plätze an Bord waren jedoch sehr rar gesät, so dass ich jetzt leider für meinen Geschmack einen etwas zu rosigen Teint habe. Da trifft es sich ganz gut, dass wir morgen weiterfahren. In den Nebelwald. Dort lässt sich die Sonne nicht so oft blicken haben wir uns sagen lassen.