500 Rai

Heute gibt es mal etwas mehr zu lesen. Da wir die letzten Tage keine ausreichende Internetverbindung hatten, kommen unsere Berichte etwas zeitverzögert. Den von Dienstag hatten wir schon geschrieben, wer also in der richtigen Reihenfolge lesen möchte, bitte ein Kapitel runter blättern.

8. März 2023. Heute verbringen wir eine Nacht auf der größten Talsperre Südostasiens, dem Chiew-Lan-Stausee. Er wurde Anfang der 80er Jahre angelegt und ist wirklich sehr imposant. Die anderthalbstündige Fahrt mit dem Longtailboot zu unserer Unterkunft wird uns daher nicht langweilig. Das smaragdgrüne Wasser, die weit aufragenden Karstfelsen rundherum und die immer mal wieder aus dem See ragenden abgestorbenen Baumspitzen bilden schon eine beeindruckende Kulisse. Nach etwa der Hälfte der Strecke macht der Bootsführer einen kleinen Schlenker zu einer Felsformation, die uns auf jeden Fall bekannt vorkommt, obwohl wir natürlich noch nie hier gesehen sind. Es scheint sich um ein beliebtes Fotomotiv zu handeln. Seht mal selbst, vielleicht erkennt es der ein oder die andere von Euch auch:

Auf jeden Fall scheint dieser „Hotspot“ so gut besucht zu sein, dass ein Mann mit einer Rastafarimütze in der Bucht herumschippert und Eiscreme von seiner Jolle heraus verkauft.

Unsere heutige Unterkunft, das „500-Rai-Resort“, besteht aus einer Reihe von Bungalows, in denen sich die Zimmer befinden und einem Restaurant. Die Gebäude schwimmen auf dem Wasser. Sie sind lediglich durch Seile mit dem Festland verbunden. Einen Fußweg zum Festland gibt es nicht. Es ist wirklich etwas besonderes und sehr schön hier. Allein, warum sie sich für dieses Maskottchen entschieden haben, erschließt sich uns nicht.

Es ist natürlich wieder sehr heiß und wir sind wie immer froh, wenn sich schützende Wolken vor die Sonne schieben. Zur Abkühlung springen wir direkt von unserem Zimmer in den See und machen einen kleinen Ausflug mit dem Kajak. Aber so hübsch es hier auch ist, ich freue mich zum wiederholten Male über meinen äußerst fähigen – und dann auch noch so gut aussehenden –  Reiseleiter, der mich seit nunmehr 10 Jahren begleitet. Hat er doch wieder mal die richtige Wahl getroffen, hier nur eine Nacht zu buchen. Das scheint vollkommen ausreichend, sind die Freizeitmöglichkeiten doch recht begrenzt.

9. März 2023. Um 7 Uhr geht es mit dem Boot auf eine ca. 1-stündige Safari über den See. Schön, wie die Sonne hinter den Karstfelsen aufgeht. Und endlich sehen wir auch mal den berühmten Nashornvogel. Ansonsten halten sie sich mal wieder sehr bedeckt hier, die Tiere. Aber Schwalben gibt es zahlreich. Sowohl unter dem Restaurant- als auch unter unserem Verandadach befindet sich ein Nest. Und die Mücken! Die behelligen uns natürlich seit dem ersten Tag und sorgen beharrlich tagtäglich für Nachschub an unzähligen fies juckenden Stichen.

Um 10 Uhr geht es wieder zurück ans Festland. Heute fahren wir nach Koh Samui. Das ist jetzt eine ziemlich lange Fahrt, aber super organisiert. Tags zuvor hatten wir am Pier schon den netten jungen Mann von der Touristeninformation gefragt, wie wir dorthin kommen können. Er hat sich dann um alles gekümmert. Zunächst steigen wir in einen Kleinbus. Dort sitzt bereits eine polnische Familie und ein französisches Paar. Es gibt zwar noch fünf weitere Plätze, die mangels Kofferraum aber auch mit Gepäck belegt sind. Der Wagen ist also voll (unserer Meinung nach) und wir fahren los. 10 Minuten später halten wir an und ein weiteres Mädel möchte einsteigen. Wir räumen ein bisschen die Taschen hin und her, da kommt der Fahrer auf die Idee, dass der Sitz vorne neben ihm ja noch frei ist. Weiter geht’s. Aber wieder nur für 10 Minuten. Da steht ein Mönch an der Straße. Der setzt sich natürlich nach vorne, das Mädel muss nach hinten. Taschen ein bisschen zusammengeräumt, dann passt das schon. So, jetzt aber! Na, Ihr ahnt es schon? Nochmal 10 Minuten später komplettieren ein Polizist und eine junge Mutter mit ihrem bezaubernd süßen Baby unsere Reisegruppe. Warum wir nicht gleich alles so gepackt haben, dass die noch benötigten Sitzplätze frei bleiben, erschließt sich uns nicht. Aber ansonsten meinen wir das mit der guten Organisation ernst! In Surat Thani steigen wir in einen großen Bus um (der hat noch ungefähr 30 freie Sitzplätze) und fahren damit zum Fähranleger. Das klappt alles reibungslos. Gegen 17 Uhr 30 kommen wir in unserem schönen Hotel an. „Paradise Beach“ heißt es, liegt also mal wieder am Strand.

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel für Euch: was darf man neben rauchen und bellen ebenfalls nicht machen in dem Fährgebäude der Seatram?