Das Nahetal

Leckeres Frühstück hier im Weiler. Es fieselt ein bisschen und wir überlegen, was wir heute machen können. Fahren wir doch mal nach Idar-Oberstein. Hört sich hübsch an – Edelsteinstadt. Na ja, bei dieser Bezeichnung hätten wir schon ein etwas schmuckeres Städtchen erwartet, Wir schauen uns das Schloss Oberstein an. Sehr gerne würden wir ein Käffchen trinken. Leider ist das in Ermangelung einladender Cafés hier so gar nicht möglich. Also raus in die Natur, hat sich der Regen doch netterweise auch von dannen gemacht.

Ungeplant begeben wir uns von nun an auf eine kleine Exkursion im Kampf gegen unsere Höhenangst. Erste Station ist der Skywalk in Hochstetten-Dhaun. Wir beömmeln uns über uns selbst, dass wir hier mit ordentlich Schiss inne Buxe wie auf rohen Eiern über das durchsichtige Gitter staksen. Und dann, na ja, dann wundern wir uns, warum sie ausgerechnet an diesem Platz so einen schicken Ausguck erschaffen haben.

Da macht unser zweiter Therapiepunkt, der Heimbergturm, doch etwas mehr her. Schon der Weg dorthin durch die Weinberge (!) mit ein bissl Sonne ist herrlich. Und wenn man beruhigend vor sich hin singt, dann schafft man auch die 26m auf den Turm hinauf. Oben angekommen, werden wir tatsächlich mit einem schönen Rundumblick über das Nahetal belohnt.

Schön war das. Aber genug bewegt. Jetzt möchten wir doch endlich mal unser lang ersehntes Käffchen trinken. Also steuern wir Monzingen an. Daran vorbei gefahren sind wir schon und es lockte mit einem braunen Schild (kennt Ihr, oder? Diese Schilder, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen). Auf diesem Schild stand “historischer Ortskern”. Da wird es doch bestimmt ein nettes Café geben. Schön wäret gewesen! Ein Blick in eine bekannte Internet-Suchmaschine ergibt, dass das nächste Café in Bad Sobernheim zu finden ist. Na gut, fahren wir die paar Kilometer halt wieder zurück. Das Café finden wir direkt, aber wir können es uns nicht nehmen lassen doch noch einmal einen Gang durch die Gemeinde zu machen (getreu dem Motto: drum prüfe […] ob sich noch was bessres findet). Nö, findet sich nicht. Trotzdem lecker der Latte Macchiato. Und schön zu wissen, dass uns im Schmidtburger Hof ein köstliches 4-Gänge-Menü mit Weinbegleitung erwartet. Und das war köstlich!

Weiler bei Monzingen

Hello again. Jooo, was haben wir gestern so gemacht? Unter anderem haben wir ein ein bissl Wäsche gewaschen. Schließlich waren wir darauf eingestellt, zwischendurch nochmal nach Kölle zu kommen. Bei der Gelegenheit hätten wir neben ein paar frischen Schlüppern angesichts des Wetterberichts auch noch unsere Winterjacken eingepackt. Zum Glück haben die freundlichen Mechaniker des Meinerzhagener Autohauses uns wenigstens schnell noch die Winterreifen auf unseren spontanen neuen Reisebegleiter aufgezogen. Für die nächsten Nächte sind um die null Grad angesagt und wir wollen im Laufe der nächsten Tage noch in den Schwarzwald. Da weiß man ja nie. So sind wir, wenn wahrscheinlich auch frierend, zumindest sicher unterwegs.

Gegen 15 Uhr kommen wir im schönen Schmidtburger Hof an. Also hier lässt es sich doch mal wieder aushalten. Die Mädels vom Schmidtburger Hof – wie sich die Mutter mit ihren drei Töchtern gerne auch selber nennen – haben hier eine heimelige Herberge erschaffen. Wir bekommen erstmal einen leckeren Sauvignon Blanc als Willkommensgetränk, den wir in der Winterlounge (Winter!!) einnehmen. Ob wir auch direkt die Weinverköstigung machen wollen? Nee, also eigentlich schon, aber nach dem recht gemütlichen gestrigen Tag und der Autofahrt wäre ein bisschen Bewegung auch ganz gut. Also los. Der Ort hat jetzt nicht sooo viel zu bieten – kaum zu glauben, bei diesem mondänen Namen „Weiler bei Monzingen“. Also begeben wir uns für einen kurzen Gang in die Berge, nein, keine Weinberge. Obwohl hier im Ort ein Weingut neben dem anderen liegt. Wir rätseln schon, ob wir bei unserer Verköstigung eher Wein aus Südafrika oder aus Chile bekommen.

Es ist natürlich nicht so! Nach unserem kleinen Waldspaziergang geht es auch fast direkt schon los. Wir können sechs Weine (keine Sorge, jedes Glas ist nur bis knapp unter 0,1 gefüllt) vom Schmidtburger Hof probieren. Der eine ist nicht so lecker wie der andere. Aber der Grauburgunder (blumig, cremig, vollmundig) und der Riesling (zitrisch, mineralisch, klassisch) hat es uns doch so angetan, dass wir nach dem leckeren 3-Gänge-Menü noch ein Glas davon trinken.

Und zum Schluss habe ich noch etwas ganz Besonderes für Euch. Es ist mir heute doch tatsächlich gelungen, das Phänomen des kleinen, blauen Punktes im Foto festzuhalten. Ja, ich musste feststellen, dass dieses Phänomen nicht nur beim Radeln sondern auch beim Wandern zu beobachten ist. Beim Wandern lässt es sich nur leichter fotografieren. Viel Spaß beim Suchbild: