Lüneburg

Wir frühstücken nicht im Hotel. Das hat den einfachen Grund, dass wir uns gestern nicht entscheiden konnten, ob wir die rote, die blaue oder die gelbe Gruppe nehmen sollen. Ja, Club las Piranhas lässt grüßen, hier wird in Schichten gefrühstückt. 😂 Aber das macht nix, Lüneburg hat ja zum Glück eine hervorragende Gastronomieszene zu bieten. So stärken wir uns eben außerhalb. Herrlich, die Sonne scheint. Da kann man doch am Besten den ganzen Tag über irgendwo sitzen und sie genießen.

Neijen, Spaaaaß. Natürlich wollen wir uns dieses wirklich wunderhübsche Städtchen noch ein bisschen genauer anschauen. Zunächst machen wir einen geführten Stadtrundgang. Da haben wir aber auch mal wieder eine lustige Stadtführerin erwischt, es macht echt Spaß! Und so erfahren wir Allerlei. Z.B. dass Johann Sebastian Bach hier im Michaeliskloster seinen Schulabschluss gemacht hat. Er musste lediglich als Mettenchorsänger dort seinen Dienst tun, da er sich als Vollwaise das Schulgeld nicht leisten konnte. Am alten Gefängnis erzählt sie uns, dass die Wärter bei Überbelegung tatsächlich die Gefangenen mit nach Hause nehmen mussten. Kein Witz, daher gibt es hier auch immer noch ein Haus mit einer integrierten Zelle. Das sei doch ungesund, sagt sie, man soll sich doch keine Arbeit mit nach Hause nehmen. Aber so wiederholen sich eben die Zeiten, gab es anscheinend auch damals schon Homeoffice.

Eigentlich waren ja nur anderthalb Stunden für den Rundgang veranschlagt. Unsere Stadtführerin ist jedoch so begeistert, dass sie gute zwei daraus macht. Jetzt haben wir uns aber wirklich ein Päusken im Sönneken verdient.

Auch hier wieder sehr nette Bedienung und so eine schicke BVB-Maske, die der Kellner trägt 😉 Hier könnten wir jetzt wirklich den ganzen Tag sitzen bleiben. Aber Ihr kennt uns ja. Rastlos, wie wir sind, können wir es uns nicht nehmen lassen und machen noch einen kleinen Gang in die Altstadt und erklimmen außerdem den Kalkberg.

Gerne wollen wir im “Mälzer” essen. Das wurde uns gestern von dem Herrchen von Floyd und Enno, zwei liebenswerte Jagdhunde, empfohlen. Aber da ist mal wieder alles ausgebucht. Kehren wir also nochmal im “September” ein – gibt Schlimmeres.

September im Oktober

Bye, bye Ballungsgebiete, helloooo Lüneburg! Ja, es ist schade, dass wir dieses Jahr zum zweiten Mal Hamburg abgesagt haben. Und der Grund dafür ist beschissen (sorry für die Wortwahl aber dafür gibt es keine elegantere Ausdrucksweise). Dennoch sind wir gerade nur froh, dass wir so flexibel sein können. Außerdem hat es sich jetzt richtig schön eingeregnet, so dass wir der Deutschen Bahn dankbar sind, dass sie uns außerplanmäßig eine knappe Stunde mehr im Trockenen schenkt (irgendwelche technischen Störungen in Dammtor, ja, nee, kennen wir ja alle). Unser neues Ziel seit heute morgen ist Lüneburg. Wie trefflich, dass der Zug, den wir eh bis Hamburg gebucht hatten, eine halbe Stunde später in Lüneburg hält. Und jetzt mal ehrlich. Wer will sich denn beklagen, wenn er unverhofft in so ein bezauberndes, hübsches Städtchen kommen darf?

Es regnet und regnet und regnet und regnet. Reichlich nass geworden vom Bahnhof zum Hotel. Kurz trocknen. Und dann trotzdem los ins schöne Lüneburg. Bei dem Wetter bleibt nur eins, einkehen, einkehren, einkehren. Z. B. hier, im September…