List

Es regnet. Gut, es ist 7:00 und es regnet. Eh keine gute Zeit, um aufzustehen. Schließlich sind wir im Urlaub. 8:00 Es regnet immer noch, aber wir sind auch immer noch im Urlaub. Zeit, sich nochmal umzudrehen. 9:15 Es regnet immer noch. Blöd, dass wir gestern zwar Kaffee, aber keine Kaffeefilter gekauft haben. Jetzt haben wir immer noch keinen Grund, aufzustehen. 9:30 ejal, kein Kaffee, keine Sonne, los gehts. Duschen, anziehen und auf zum Fahrradverleih. In Regenmantel natürlich. Mit 18 Grad immerhin recht angenehme Temperaturen. Fahrräder abgeholt, zur Sicherheit schnell noch ein paar regenfeste Schuhe bei H.B. Jensen für Björn gekauft und jetzt kann es endlich los gehen zum nördlichsten Punkt Deutschlands.

Hat eigentlich schonmal jemand was von diesen Fahrrädern gehört, die einen Elektromotor haben? Anscheinend schon so einige, nur nicht zwei unbedarfte, sympathische Personen, die seit Jahren nur am Rhein entlang dümpeln. Nach ein paar Kilometern beschleicht mich aber der Gedanke irgendetwas falsch gemacht zu haben bei der Fahrradwahl. Werde ich doch reihenweise von Menschen in rasender Geschwindigkeit überholt, die ca. 70-100 Jahre älter sind als ich (mein Mann ist eh nur noch als kleiner blauer Punkt in der Ferne auszumachen). Egal, ich genieße die schöne Dünenlandschaft und die frische Brise. Zumindest solange ich nicht gen Osten fahren muss (Ostwind, ich sag nur Ostwind). Keine Zeit zu hadern, schließlich ist es nicht so weit bis List und schwupps sitze ich schon bei einem leckeren Wein am Hafen und genieße die regenfreie Zeit und die Sonne, die sich doch hin und wieder durch die Wolken kämpft.

Rückfahrt. Wer braucht denn schon einen Elektromotor? Zum Glück hat sich der Wind nicht gedreht. Herrlich dieser Anschub von hinten… bis zur nächsten Kurve, Puh, da ist er wieder. Mit 175.000 km/h bläst er mir entgegen. Aber was will ich denn? Wollte ich mich nicht eh ein bisschen mehr sportlich betätigen? Also Augen zu und Zähne zusammenbeißen. Mit 1,25 km/h schaffe ich heroisch die 15 km nach Wenningstedt. Dort erwartet mich mein Mann an einem herrlich sonnigen Plätzchen (nicht Gosch) mit einem erfrischenden Getränk völlig entspannt (obwohl er zwischendurch ungefähr sieben Mal angehalten hat zum Fotografieren, grrr). Es ist wirklich unglaublich, wie herrlich sonnig es hier ist. Zum Glück haben wir uns heute morgen aufgerafft ;o)