Rai Leh

Der Flughafen Changi in Singapur ist wirklich sehr imposant. Er ist riesig, so dass wir mit dem Skytrain von Terminal 1, wo wir gelandet sind, zu Terminal 3 fahren, wo wir ein bisschen am Pool chillen wollen. Die Temperaturen sind trotz Bewölkung ordentlich, so dass wir über die kleine Erfrischung sehr erfreut sind. Um ehrlich zu sein ist die Vorstellung, in einem Flughafen am Pool zu liegen zwar etwas aufregender als das Erlebnis selber. Aber zum Glück setzt der Megaregen erst ein, als wir wieder im Flugzeug sitzen.

Wir landen in Krabi, fahren von dort mit einem Bus und einem Longtailboat weiter zu unserer Unterkunft in Rai Leh. Diese Longtailboats sind neben den Speedboats die einzige Möglichkeit in diese Gegend zu kommen, da sie durch hohe Karstfelsen vom Festland abgetrennt ist. Kurz bevor wir am Strand ankommen, stoppt das Boot. Hier wird es wohl etwas zu flach, um ganz an Land zu fahren. Wir sind recht überrascht, dass dafür ein Trecker mit einem Anhänger durch das Wasser auf uns zusteuert. Das ist für uns mal eine ganz neue Nutzungsweise dieser landwirtschaftlichen Maschine.

Wir sind nunmehr seit fast dreißig Stunden auf den Beinen, haben ja nur hin und wieder im Flugzeug oder am Pool ein bisschen geschlummert. Nach dem Essen, welches wir während des Sonnenuntergangs an der Phang-Nga-Bucht, zu uns nehmen, haben wir daher nur das Bedürfnis, ins Bett zu gehen. Machen wir auch, trotz dass es erst halb acht ist. Wir schlafen zwar nicht durch, sind aber doch recht erholt, als wir um 6 Uhr 30 aufstehen.

Das Frühstück ist lecker und verläuft ziemlich spannend. Vor allem für das französische Paar an unserem Nebentisch. Die zahlreichen Schilder, die hier vor den Affen warnen, sind also nicht umsonst aufgestellt stellen wir fest. Kaum entdecken wir einen der Affen auf der Mauerbrüstung, schießt er auch schon wie ein Pfeil auf den Nebentisch und klaut sich alle Bananen. Und das während die beiden dasitzen!

Nach dem Frühstück wollen wir auf einen der Kalkfelsen wandern, von dem man einen wunderschönen Blick über die ganze Bucht haben soll. Laut unserem Reiseführer gibt es einen Weg, der zwar recht steil ist, aber der auch ohne Klettererfahrung gut zu bewältigen sein soll. Es fängt ein bisschen an zu regnen, was aber bei den fast 30 Grad eher eine nette Erfrischung ist. Als wir an einer Strandbucht ankommen, wundern wir uns etwas, dass wir den Einstieg in den Weg wohl verpasst haben. So gucken wir uns zunächst die Phallusschreine an: zwei Höhlen, in denen haufenweise Penisse aller Größe und Kolör aus den verschiedensten Materialien abgelegt wurden. Soll wohl die Fruchtbarkeit steigern, wenn man das macht. Jo, das ist naheliegend.

Wir schlendern noch die Bucht entlang und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Da entdecken wir auch den Einstieg in den Weg auf den Felsen. Kein Wunder, dass wir ihn vorhin übersehen haben, deckt er sich schließlich so gar nicht mit unseren Vorstellungen. Er ist mega steil und für uns hat es sehr wohl was mit Klettern zu tun, wenn man eine nahezu senkrechte Wand hinaufgehen soll. Voller Tatendrang wollen wir es dennoch versuchen, schließlich haben wir – wie empfohlen – festes Schuhwerk an und vor uns kraxeln gerade welche mit Flip-Flops hoch. Aber nach 10 m ist der Spaß auch schon vorbei – ich hab einfach zu viel Schiss. Da hilft auch das Seil, welches dort netterweise angebracht ist, nix. Tja, so unterschiedlich ist das Empfinden.

Wir wandern also so weit es geht an der Ostseite von Rai Leh entlang. Links liegt das Örtchen mit seinen Geschäften und Bars, rechts die Bucht mit seinen Mangrovenwäldern. Zurück an der Westseite nehmen wir einen leckeren Fruchtsmoothie unter einem schattenspendenden Baum zu uns. Wenn die Sonne rauskommt, brennt sie ganz ordentlich. Aber den Rest des Nachmittags freuen wir uns über die schützenden Wolken, liegen ein bisschen am Pool mit Blick auf die Bucht und bringen uns nur zweimal vor krassen Regenschauern in Sicherheit. Also ich muss sagen, bisher hat meine kleine Wetterunke, die mich seit nunmehr fast 10 Jahren auf Reisen begleitet, hier erstaunlicherweise Recht gehabt. Es regnet zwar täglich und auch heftig, sagte sie voraus, dafür aber auch immer nur kurz. Wer weiß vielleicht entwickelt sie sich in diesem Urlaub ja mal zu einem professionellen Wetterfrosch?