Kinder, Ihr glaubt nicht, was heute passiert ist. Wir haben den Tag mit einer Tasse Kaffee im Bett begonnen. Ja, Ihr habt richtig gelesen, im Bett! Ich schlug die Augen auf und da stand er vor mir, herrlich dampfend und duftend: der Kaffeepott. Dass ich das in diesem Urlaub noch erleben durfte, ich bin immer noch ganz hin und weg. Während Björn sich voller Tatendrang an den Strand begibt, um ein paar Fotos zu machen, gönne ich mir noch eine Tasse (im Bett natürlich) und lese auch endlich mal ein paar Seiten. Aber dieser 4. Oktober 2020 hat noch mehr in petto: die Sonne! Kein Wölkchen am Himmel, also heißt es nach einem Stündchen: raus aus den Federn und rein in den Wind. Ja, er ist natürlich auch wieder an Bord: unser Freund, der Wind. Gewohnt erfrischend bläst er uns entgegen. Eine kleine Variation zeigt er uns heute, er kommt von Süden. Immer noch beseelt und motiviert von dem Traumstart des Morgens, lassen wir uns dennoch nicht von unserer Idee abbringen. Wir satteln die Räder und machen uns auf nach Hörnum, dem südlichsten Ort der Insel. Zum Glück haben wir uns nicht abbringen lassen, denn… ach seht selbst:
Auf Sylt ist ja kein Weg wirklich weit und so schaffen wir auch mit ordentlich Gegenwehr die 17 km nach Hörnum. Der kleine blaue Punkt ward irgendwann natürlich nicht mehr gesehen, aber dafür hatte ich das Glück, ein, zwei Kilometer im Windschatten fahren zu dürfen. Das war schön. Auf einmal war da ein Jogger vor mir, der lief genau in meinem Tempo. Ich machte es mir also erstmal ein bisschen gemütlich. Bis zu einer kleinen Anhöhe bei Rantum. Da merkte ich auf einmal, dass er mir davon eilte. So nicht, mein Freund, dachte ich bei mir. Ich spuckte in die Hände und trat ordentlich in die Pedalen. Wie eine Bekloppte peste ich durch die Dünenlandschaft Sylts bis ich ihn irgendwann überholte. Gut, er hatte angehalten, um irgendwas auf seiner Fitnessuhr zu checken. Aber immerhin. Überholt. So, geht doch!
In Hörnum finden wir ein windgeschütztes Plätzchen und füllen die gerade überflüssigerweise verlorenen Kalorien mit einem Brötchen und einem Törtchen wieder auf. Der Rückweg ist ein Traum. Er hat nicht gedreht und so erinnern wir uns voller Zuneigung an unseren Freund, den Wind. Trägt er uns doch sanft und geruhsam nach Westerland zurück.
Ein bisschen nass geworden sind wir ja dann doch auf dem Rückweg und wärmen uns kurz in unserer Wohnung auf. Aber dann kommt die Sonne wieder raus und somit wir dann bald auch. Das wunderschöne Bistro “Sunset Beach”, welches wir am ersten Abend schon kennengelernt haben, liegt nur 3 min. von der Wohnung entfernt am Weststrand. Lustige Bedienung, leckere Getränke und ein traumhafter Blick auf die Nordsee. Ein würdiger Abschluss für einen herrlichen Urlaubstag.





