Puh, war das eine anstrengende Angelegenheit an diesem Mittwochvormittag. Aber der Reihe nach. Den gestrigen Morgen haben wir mal wieder mit einer köstlichen Tasse Kaffee im Bett begonnen. Wir haben den Brüllaffen gelauscht (gesehen haben wir sie bis jetzt noch nicht) und das Spektakel der Vögel beobachtet. Schon am Vortag sind plötzlich wie aus dem Nichts unzählige Vögel aufgetaucht, die wie wild umherflogen. Wahrscheinlich ist es genau die richtige Zeit, um zum Frühstück auf Insektenfang zu gehen. Unseren Frühstückstisch haben wir heute für 6h30 bestellt. Das werden wir jetzt immer so machen, haben wir beschlossen.
Dann machen wir uns auf den Weg zur nächsten Unterkunft. Laut Euren Kommentaren hat es Euch ja vor allem der Nasenbär angetan. Wir haben mal ein paar für Euch eingepackt. Denn auf den ersten Kilometern sehen wir wahnsinnig viele davon. Trotz der Verbotsschilder, diese lustigen Tierchen zu füttern, können es einige Bekloppte nicht lassen und da tummeln sie sich dann natürlich wie verrückt.

Hinter dem Arenalstausee wechselt die Landschaft auf einmal abrupt. War sie bisher von sattgrünem Regenwald geprägt, ist sie jetzt auf einmal karg und vertrocknet. Viele Flächen sind verbrannt und teilweise gibt es rote Sandböschungen, die an die Namibwüste erinnern.
Die letzten 10km entschleunigen uns dann gehörig. Eine Schotterstraße, die hauptsächlich aus Schlaglöchern besteht. Wir freuen uns nicht zum ersten Mal darüber, dass wir ein Auto mit Allradantrieb haben (Offtopic Info nach Ullersdorf: Es handelt sich um einen Suzuki Vitara in 1A-Zustand). Als wir ankommen, sind wir ein wenig groggy. Dennoch machen wir uns zunächst auf zu einem ca. 2 km entfernten Wasserfall. Der Weg ist trocken und sandig und nicht sooo schön. Aber die Erfrischung tut gut!

Wir beschließen, den Rest des Nachmittages am Pool unserer „Hacienda Guachipelin“ zu verbringen. Laut unserem Reiseführer soll es in dieser ehemaligen Pferde- und Rinderranch zugehen wie in einem Abenteuerpark. Das können wir nicht so richtig nachvollziehen. Wir finden es sehr entspannt hier!
Tja, diese Reiseführer. Natürlich haben wir schon öfter festgestellt, dass sich unser Eindruck nicht immer mit dem Beschriebenen deckt. Manches ist ja auch einfach Geschmackssache. Seitdem wir aber in dem Exemplar für diese Reise gestöbert haben, treibt uns eine Frage um: Was zur Hölle sagen US-Amerikaner, wenn sie in ein Restaurant gehen zu den armen Kellnern? (die Autoren unseres Reiseführers sind allesamt US-Amerikaner). Unter dem kleinen Abschnitt „Sitten und Bräuche“ steht doch allen Ernstes, dass man je nach Tageszeit „Guten Morgen“, „Guten Abend“ oder „Guten Tag“ sagt, wenn man ein Restaurant betritt oder sich zu jemandem an den Tisch setzt. Mehr nicht, ach doch: man sagt auch noch „Guten Appetit“ vor dem Essen. Aber das war es dann auch mit den verrückten Gepflogenheiten der Ticos – zumindest laut Lonely Planet.
Mittwochmorgen. Nach dem Frühstück fahren wir zu einem nahe gelegenen Nationalpark. Ein netter Herr empfängt uns am Eingang und erklärt uns, welche Wege wir gehen können und welche gesperrt sind. Denn auch, wenn der Name „Rincón de la Vieja“ (auf deutsch: die Ecke der alten Dame) recht harmlos klingt, handelt es sich hier ebenfalls um einen Vulkan. Seit er 2012 ausgebrochen ist, darf man aber nicht mehr hoch zum Krater wandern.

Wir entscheiden uns zunächst für den Rundweg. Der führt teilweise durch schattenspendenden Regenwald, aber auch durch dürren, heißen Trockenwald. Wir kommen an kochenden Wasserlöchern vorbei und an gespenstisch blubbernden Schlammbecken. Und am Vulcancito (kleiner Vulkan), der beständig vor sich hin qualmt.




Danach beschließen wir noch, den Wanderweg zum Wasserfall zu gehen. Aber dieses ständige, extrem steile Auf und Ab über Geröll und Wurzeln ist heute sehr anstrengend für uns. Trotz der schattenspendenden Bäume wird es immer heißer und somit der Gedanke an einen entspannten Nachmittag am Pool immer größer. Also beschließen wir irgendwann: es reicht und kehren um. Schließlich sind wir im Urlaub und kein Wasserfall der Welt rechtfertigt diese Strapaz.


Wir sind froh, dass wir hier und jetzt überhaupt diese Zeilen am Pool schreiben können. Denn, zurück an unserem Auto bemerken wir: wir haben einen Riiiiiiesenfehler gemacht. Wir haben vorwärts eingeparkt!!! Zum Glück ist heute nochmal alles gut gegangen. Seit unserem Besuch im Mistico-Nationalpark wissen wir eigentlich, dass wir immer rückwärts einparken müssen. Das hat einen einfachen Grund: sollte der Vulkan losgehen, kommen wir schneller weg.














